Start frei!

Start frei für unser studentisches Projekt zur Jubiläumskonferenz des Deutschlandfunks! Start frei damit auch für ein Projekt, das ursprünglich unter dem Titel “Prozessjournalismus” stand: Das heißt, die Studierenden sollen darin üben, journalistische Themenfindung, Recherche, Produktion und Nachbereitung als einen offenen und nach außen transparenten Vorgang zu begreifen und spannend zu gestalten.

Wir waren begeistert, als Deutschlandradio und Bundeszentrale für politische Bildung uns als Partner für ihr ambitioniertes Konferenzprojekt zum 50-jährigen Jubiläum des Deutschlandfunks akzeptierten. Nach mehr als acht Wochen Vorbereitungszeit werden die Studierenden jetzt nicht nur am 6. und 7. Januar 2012 live von der Konferenz bloggen, twittern, Audio- und Videobeiträge produzieren. Sie werden schon vorher ihre ganz persönliche Annäherung an die komplexen Themen der Veranstaltung dokumentieren. Sie werden dabei selbst zu Wort kommen, aber sie werden auch andere zu Wort kommen lassen, in einer Art Collage, wie sie nur das Internet in dieser Form möglich macht.

Professionelle Medienarbeit im 21. Jahrhundert bedeutet, etablierte Grenzen zu überwinden, Podeste zu verlassen und sich ins Gemenge zu trauen, ohne den Anspruch auf Sorgfalt, Qualität und qualifizierte Einsicht aufzugeben. Für die Studierenden ist dieses Projekt ein Stück auf dem Weg zu einer solchen zeitgemäßen Professionalität. Jetzt wird es Zeit für den Professor, einen Schritt zurückzutreten und ihnen das Feld zu überlassen.

 

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Ein Kommentar zu Start frei!

  1. Patrick 16. Dezember 2011 at 18:51 #

    Die aktuelle Medienwelt und die Politik

    Wie die Politik und öffentlicher Rundfunk im zusammenarbeiten sieht man am aktuellen Rundfunkänderungsvertrag. Die Rundfunkanstalten haben Gutachten in Auftrag gegeben und bezahlt, die dann fast 1:1 von der Politik in Gesetze umgewandelt wurde. Als dann Kritik von den unabhängigen Datenschützern bekannt wurde, haben die Rundfunkanstalten wieder ein Gutachten in Auftrag gegeben und bezahlt, dass dann wieder von der Politik 1:1 genommen wurde um die Kritik öffentlich zu begegnen.

    Der Rundfunkänderungsvertrag wurde im Hinterzimmer von den Ministerpräsiden unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschrieben. Öffentliche Anhörungen und Parlamentsdebatten gab es erst als der Vertrag schon verbindlich feststand. Der Bürger hatte keine Möglichkeit sich direkt oder indirekt über seine Abgeordneten zu beteiligen.

    Dieser neue Rundfunkänderungsvertrag gibt wieder alle Rechte in die Händen der Rundfunkanstalten. Der Bürger hat wieder nur Pflichten. Der Bürger muß ob er den öffentlichen Rundfunk nutzt oder nicht, ob er Rundfunkgeräte hat oder nicht, dafür zahlen. Er muß der GEZ und den Rundfunkanstalten Auskünfte erteilen die sonst nicht einmal der Staat einfordern dürfte. Er muß wenn er Vermieter ist sogar Auskünfte über dritte an die Rundfunkanstalten und der GEZ mitteilen. Rechte gegenüber den Rundfunkanstalten hat er jedoch gar keine. Weder kann er sich an den Staatsverträgen beteiligen noch kann er Einfluß auf „seine“ Vertretung den Rundfunkräten nehmen.

    Dieses Vorgehen zeigt deutlich wie Staatsfern die Rundfunkanstalten sind und welche Prioritäten die Politiker mit ihrer „Medienpolitik“ haben. Die Politiker und die Rundfunkanstalten haben sich schon längst von der Bevölkerung entfernt und können deshalb nur miteinander arbeiten. Deshalb haben die Rundfunkanstalten auch Problem im Internet und in der neuen digitalen Zeit.

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